Eine Forschungsregion des Projektes ist die Samtgemeinde Harsefeld. Hier ist die hochaufgelöste Abbildung des Deckgebirges über dem Salzstock Harsefeld für die Wissenschaft interessant. Das Forschungsteam in GeoMetEr begann bereits Mitte März 2025 mit der Durchführung geophysikalischer Messungen mit Vibrationsfahrzeugen – sogenannter seismischer Messungen – zwischen Harsefeld und Klein Hollenbeck und hat diese von Oktober bis November 2025 mit hochauflösenden seismischen und hubschraubergestützten Messungen vervollständigt. Das GeoMetEr-Team erprobt zudem kostengünstige und umweltfreundliche drohnengeophysikalische Systeme, deren Effizienz und Eignung für die wissenschaftliche Fragestellung nun getestet werden soll.
Drohnen-Messflüge nördlich von Hollenbeck und bei Klein Hollenbeck
Die geplanten Messflüge decken die seismisch erkundete Fläche nördlich von Hollenbeck vollständig ab und sollen in Kombination mit den seismischen Strukturbildern des Untergrundes zusätzliche Informationen über den Tongehalt und die Salzkonzentration im Grundwasser liefern. Diese Aussagen lassen sich, nach geeigneter Kalibrierung, aus Bildern der elektrischen Leitfähigkeitsverteilung treffen. Die Messungen helfen somit, die geologischen Strukturen im Untergrund geophysikalisch zu charakterisieren. Das Messprinzip ist analog zu den bereits durchgeführten Hubschraubermessungen und wird auf einer kleineren Skala durchgeführt: Dabei schleppt eine Drohne, ein sogenannter Multicopter, einen miniaturisierten Sensor über das Untersuchungsgebiet und erfasst die Signale, die mit einem elektrischen Dipolsender erzeugt werden. Der Sender speist dabei über ein Kabel an geerdeten Endpunkten einen Wechselstrom in den Boden ein. Diese sogenannten Transmitterauslagen werden durch Kabelkanäle markiert, es sollte Abstand insbesondere zu den abgesperrten Erdungsprunkten gehalten werden.
Herausforderung Infrastruktur im Untergrund: Forschende versuchen Signale zu trennen
Für die Erkundung des Untergrundes mit elektromagnetischen Induktionsverfahren vom Hubschrauber oder der Drohne erschweren metallische Infrastrukturen wie über- oder unterirdische Stromleitungen oder unterirdische Rohrleitungen die Analyse der Daten erheblich. Auch wenn die Datenqualität der Hubschraubermessungen von den Forschenden als sehr gut eingeschätzt wird, ist die Auswertung noch im vollen Gang: Die Methoden zur effektiven Trennung von Infrastruktureffekten und geologischen Signalen sollen in dem Projekt gezielt noch weiter erforscht werden. Für den späteren Einsatz der Verfahren zur Standorterkundung leisten das Forschungsprojekt GeoMetEr und die Untersuchungen in Harsefeld daher einen wichtigen Beitrag.
Förderung der Forschung durch die Bundesgesellschaft für Endlagerung (BGE)
Das Vorhaben GeoMetEr wird durch die BGE gefördert. Sie finanziert in Vorbereitung auf zukünftige Standorterkundungen verschiedene Forschungsprojekte, unter anderem, um zukünftig verbesserte Abbilder des Untergrundes erhalten zu können. Die Forschungsregionen, in denen GeoMetEr durchgeführt wird, sind aufgrund der im Standortauswahlgesetz festgelegten Ausschlusskriterien aus der Endlagersuche ausgeschieden und werden im weiteren Verfahren nicht berücksichtigt. Von der BGE wurde das Messgebiet im Landkreis Stade wegen der Ausschlusskriterien „Bergbauliche Tätigkeit“ aus dem Standortauswahlverfahren ausgeschlossen. Eine weitere Forschungsregion ist die Region Langenweißbach im Landkreis Zwickau. Auch diese Region ist von der Endlagerung ausgeschlossen. Dort ist der Grund auf die Störungszone Roter Kamm zurückzuführen.
Hintergrundinformationen
Weitere Informationen bietet die Webseite www.liag-institut.de/geometer.
