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Samtgemeinde Harsefeld: The Swinging Sixties im Museum Harsefeld


The Swinging Sixties im Museum Harsefeld


Neue Sonderausstellung im Museum Harsefeld

Starschnitt von Marilyn Monroe

Ein riesiger Starschnitt von Marilyn Monroe empfängt den Besucher, der das Museum Harsefeld betritt. Sie hängt mit wehendem Rock über der ersten Vitrine, die neben der 50 Jahre alten Jugendzeitschrift Bravo auch einige Exemplare der Star-Club-News und Flexi-Singles mit Stücken der Goldenen OTTO-Sieger zeigt.

In einer anderen Vitrine sind besondere Plattencover aus den 1960er Jahren. Eine Langspielplatte (LP) liegt Sammler Heinz Rörup aus Mulsum besonders am Herzen: Die erste Beatles LP überhaupt. Sie heißt „Please please me“ und bedeutete bereits den Durchbruch für die Band. Auch andere besondere Platten, die in den 1960er Jahren herauskamen und mit der manch ein Musikfan aufregende Zeiten verbindet, sind dort zu finden: The Rolling Stones, The Who, The Searchers oder Gerry and The Pacemakers mit ihrem immer noch weltberühmten Hit „You never walk alone“ – der Hymne des FC Liverpool und inzwischen auch vieler deutscher Vereine. Deutsche Schlagerstars fehlen selbstverständlich nicht in dieser Ausstellung, die nicht nur die Musik sondern das Lebensgefühl dieses Jahrzehnts wiederspiegeln soll. Roy Black, Udo Jürgens, Gus Backus, Gitte, Peggy March und Peter Kraus sind hier zu nennen.

Für den Ideengeber der Ausstellung, Reiner Klintworth aus Helmste, waren die 1960er Jahre ein „wahnsinnig aufregendes Jahrzehnt mit großen Veränderungen in der Weltpolitik und der Musik“: Die Flut in Hamburg sorgte für eine Katastrophe, der Vietnam-Krieg begann, JF Kennedy, Rudi Dutschke und Martin Luther King wurden ermordet.

Angesagte Platten der 60er Jahre

Auf der anderen Seite sorgte die noch junge Nachkriegsgeneration für eine grundlegende Veränderung in der Musikgeschichte und der Art des Feierns. Die Kleider wurden bunter und kürzer, die Tänze und Frisuren gewagter, Bowle das Haupt-Getränk auf privaten Partys, gern gereicht mit Käsespießen, Zigaretten und Weinbrand-Bohnen.

Plötzlich kamen berühmte Bands wie Jimmy and the Rackets oder The Birds ins Bahnhofshotel Deinste – Das Beatzentrum an der Unterlebe und in einige andere Locations in der Region. The Torpids, die ewigen Lokalmatadoren der Region, gründeten sich und schnupperten kurz am großen Ruhm in Jork und in Hamburg, wie Bandmitglied Wolfgang Watzulik zu berichten wusste. Einer weiteren, damals sehr berühmten, Band aus Stade ist eine Vitrine mit  4 LPs und 4 Singles gewidmet: The Blizzards waren nicht nur bekannt aus Radio und Fernsehen, sondern auch Begleitband von Drafi Deutscher und Howard Carpendale.

Schautafeln mit Plakaten, Autogrammkarten und Fotos hat der Bremervörder Wolfgang Sellner erstellt. Er trägt seit einigen Jahrzehnten Material aus Politik, Wirtschaft und Gesellschaft zusammen. Seine Sammlungen sind eine wahre Fundgrube für die Sonderausstellung.

Welche musikalische Ausstattung es damals gab, zeigt die Ausstellung anhand einiger Original-Gitarren, die der Schiffdorfer Friedhelm Bialluch beisteuert: Einen Höfner Elektro Bass, der einst von Reiner Klintworth gekauft und als Beatles Bass zur Legende wurde, einen Vox Conquereor Verstärker und ein Sennheiser Mikrofon. Die ersten Discos eröffneten und wurden argwöhnisch beäugt, Plattenspieler, Kofferradio und Cola zogen in die Wohnzimmer. Größere Kneipen leisteten sich eine Musicbox, die 80 Singles beherbergte. Drei Stücke konnten nacheinander abgespielt werden, wenn der Gast entsprechend Groschen einwarf. Solch eine „Rock-Ola“-Musicbox der Marke GP Imperial von 1966 ist der Mittelpunkt der Ausstellung.

vlnr: Friedhelm Bialluch (Schiffdorf Wehdel), Reiner Klintworth (Helmste), Monika Roesberg, Wolfgang Sellner (Bremervörde) und Heinz Rörup (Mulsum).

Museumsleiterin Monika Roesberg bedankte sich bei den Ausstellungsmachern Friedhelm Bialluch (Schiffdorf Wehdel), Reiner Klintworth (Helmste), Wolfgang Sellner (Bremervörde) und Heinz Rörup (Mulsum), die sichtlich begeistert daran gearbeitet haben, ihr Lieblingsjahrzehnt umfangreich zu präsentieren.

Zu sehen ist die Ausstellung „Hippy hippy shake – The Swinging Sixties“ im Museum Harsefeld bis zum 26. Mai 2019.

Öffnungszeiten: dienstags bis sonntags 15 bis 17 Uhr, an Sonn- und Feiertagen zusätzlich von 10 bis 12 Uhr. Tel. 04164 6910 (zu den Öffnungszeiten besetzt) ansonsten Touristinfo im Rathaus Tel 04164 887-132. Führungen sind außerhalb der Öffnungszeiten möglich.

Text + Fotos © Stadtmarketing Harsefeld/May-Britt Müller

 



25. September 2018
Aktuelles, Klosterpark, Museum