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Samtgemeinde Harsefeld: 11. Klassik-Open-Air – Wetter, Wind und Wagner


11. Klassik-Open-Air – Wetter, Wind und Wagner


„Wie jedes Jahr“, wurde das Wetter von den Zuschauern kommentiert. Es scheint, dass grenzwertiges Wetter einfach zum jährlichen Klassik Konzert dazugehört. Die Hörer wissen es, stellen sich darauf ein und haben trotzdem ihren Spaß. Die Musiker, unter ihnen diesmal drei Harsefeld Novizen, machen das Beste daraus. Zuschauerliebling Thomas Rohde, der wieder zusammen mit Jocelyne Fillion-Kelch das Programm zusammenstellte, konnte aufgrund einer akuten Erkrankung diesmal nicht in Harsefeld dabei sein. Die anfängliche Enttäuschung der Zuschauer währte aber nur kurze Zeit, da sein Part an der Oboe bei Melanie Jung sehr gut aufgehoben war. Nicht nur am Instrument sondern auch stimmlich konnte die ausgebildete Sängerin überzeugen. Die Moderation übernahm kurzerhand Jocelyne Fillion-Kelch und löste diese Aufgabe auf äußerst charmante Weise.

Internationale Besetzung: Shin-Ying Lin (Taiwanesin), Jocelyne Fillion (Deutsch-Kanadierin), Melanie Jung, Christian Seibold, Dániel Ember (Ungar) und Fabian Lachenmaier


Das erste Stück im Programm löste bei vielen Zuschauern Fragezeichen aus. Präludium aus „Te Deum“ von Marc Antoine Charpentier, was sollte das sein? Doch als das Quintett losspielte, war jedem klar, dass dies wohl eines der bekanntesten Barockmusikstücke überhaupt ist, da das deutsche Fernsehen dies als Erkennungsmelodie von Eurovisionsübertragungen benutzt.

Neben Vivaldi, Rossini und Offenbach durfte Richard Wagner natürlich nicht fehlen, schließlich wird dieses Jahr sein 200. Geburtstag gefeiert. Beim Horn Ruf aus der Oper Siegfried zeigte Dániel Ember (zum ersten Mal dabei), was für ein ausgezeichneter Hornist er ist. In seinem dynamischen Vortrag klang alles an, was auf einem Horn möglich ist. Jocelyne Fillion-Kelch konnte bei Béla Bartóks „Ein Abend am Lande“ zeigen, wie viele Flöten sie ihr Eigen nennt. Beginnend mit ihrer normalen Flöte griff sie bald zur Piccoloflöte um dann mit der riesigen Bassflöte zu enden. Begleitet wurde sie am Klavier von Shin-Ying Lin, die nicht nur ausgezeichnet Klavier spielt, sondern sich auch mit der Flöte sehr gut auskennt. Das Quintett vervollständigte der Fagottist Fabian Lachenmaier, auch er zum ersten Mal in Harsefeld aber wie alle Musiker bei der Hamburger Philharmonie und Meister seines Instruments.

Nach der Pause wurde es noch kälter und windiger aber die Musik dafür umso wärmer. Christian Seibold, der in Harsefeld ja schon bekannte Klarinettist, machte das Ensemble zum Sextett, die größte Besetzung bisher. „Demnächst steht das gesamte Orchester auf der Bühne“, scherzte Fillion-Kelch. Neben klassischem von Tschaikowsky, Rimsky-Korsakov und Strauß zeigte Seibold was für ein toller „Jazzer“ er auch ist. George Gershwins „I got rhythm“ erhielt den größten Applaus des Abends, nicht nur seine virtuos gespielte Klarinette, auch Melanie Jungs Gesang rissen das Publikum zu Ovationen hin. Nach Scott Joplins „Breeze from Alabama“ wurde „I got rhythm“ auch noch einmal als Zugabe gegeben.

Das Ensemble um J. Fillion-Kelch weiß immer durch ihre Repertoire-Auswahl zu überzeugen. Vielleicht sollten sie das nächste Mal die Filmmusik von „Vom Winde verweht“ mit ins Programm nehmen.



3. Juni 2013
Aktuelles, Klosterpark