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Samtgemeinde Harsefeld: Über 300 Schüler und Schülerinnen sehen Flüchtlingsfilm – gedreht von und mit Jugendlichen aus Kriegsgebieten und Deutschland


Über 300 Schüler und Schülerinnen sehen Flüchtlingsfilm – gedreht von und mit Jugendlichen aus Kriegsgebieten und Deutschland


Das Thema „Flucht“ ist inzwischen in jeder Gemeinde angekommen. Den Film mit dem Titel „Hotel California“, der dieses Thema eindrucksvoll beleuchtet, haben jetzt 300 Jugendliche aus den Klassen 8 und 9 der Ahlerstedter Schule am Auetal und der Harsefelder Selma-Lagerlöf-Schule in den Harsefelder Lichtspielen gesehen und anschließend mit Produzenten und Darstellern diskutiert. Eingeladen hatte Isabell Aş von der Koordinierungsstelle für Migration und Teilhabe (MuT) des Landkreises Stade.

 

vorne von links: Isabell Aş (Koordinierungsstelle für Migration und Teilhabe – MuT – des Landkreises Stade), Mustafa (Syrienflüchtling), Meisam Amini (Afghanistanflüchtling, Regieassistent, Darsteller), Linda Verveyen (Darstellerin) . Mitte von links: Kinan (Syrienflüchtling), Ibrahem (Syrienflüchtling) , Henning Wötzel-Herber (Projektleitung ABC Hüll), Fares (Syrienflüchtling). Hinten von links: Shyar (Syrienflüchtling), Anna-Katharina Wellnitz (Bildungsreferentin des Kreisjugendrings), Jörg Reitmann (Ehrenamtlicher im Arbeitskreis Asyl Harsefeld), Jessica Jennrich (Gleichstellungsbeauftragte Samtgemeinde Harsefeld)
vorne von links: Isabell Aş (Koordinierungsstelle für Migration und Teilhabe – MuT – des Landkreises Stade), Mustafa (Syrienflüchtling), Meisam Amini (Afghanistanflüchtling, Regieassistent, Darsteller), Linda Verveyen (Darstellerin) . Mitte von links: Kinan (Syrienflüchtling), Ibrahem (Syrienflüchtling) , Henning Wötzel-Herber (Projektleitung ABC Hüll), Fares (Syrienflüchtling). Hinten von links: Shyar (Syrienflüchtling), Anna-Katharina Wellnitz (Bildungsreferentin des Kreisjugendrings), Jörg Reitmann (Ehrenamtlicher im Arbeitskreis Asyl Harsefeld), Jessica Jennrich (Gleichstellungsbeauftragte Samtgemeinde Harsefeld)

 

 

 

 

Kooperationspartner des von der Kreissparkasse Stade finanziell unterstützten Veranstaltungstages waren Jessica Jennrich als Gleichstellungsbeauftragte der Samtgemeinde Harsefeld sowie die Schulsozialarbeiterinnen der beiden Schulen. Als Gesprächspartner für die Schüler waren auch Produktionsleiter Henning Wötzel-Herber vom ABC-Bildungs- und Tagungszentrum Hüll, der Regie-Assistent Meisam Amini sowie Darstellerin und Sängerin Linda Verveyen dabei. Gemeinsam mit Vertretern des Arbeitskreises Asyl und fünf Flüchtlingen aus Harsefeld und Ahlerstedt beantworteten sie im Anschluss an den Film Fragen der Jugendlichen.

Das Filmprojekt war mit dem Integrationspreis der niedersächsischen Lotto-Sport-Stiftung 2015 ausgezeichnet worden. Im Begleitheft zum Film heißt es: „Der Kurzspielfilm erzählt vom Leben junger Menschen mit und ohne Fluchterfahrung. Vor der Kamera standen 24 Jugendliche, die in Deutschland leben – die Hälfte von ihnen ist in den letzten Jahren aus Afghanistan, Somalia, Indien, der Elfenbeinküste oder dem Iran geflüchtet. Hinter der Kamera setzten professionelle Filmemacher die Geschichte in Szene. Sie haben das Drehbuch gemeinsam mit jungen Schauspielerinnen und Schauspielern erarbeitet, im Rahmen von Workshops des ABC Bildungs- und Tagungszentrums in Drochtersen-Hüll, dessen Arbeitsschwerpunkt die politische Bildung mit neuen Medien ist. Der Film basiert auf wahren Geschichten. Die Beteiligten spielen aber auch mit Vorurteilen und verwenden bewusst Klischees, um Diskussionen über Alltagsrassismus, Flüchtlingspolitik und Zivilcourage anzuregen und eine Grundlage für weiterführende Diskussionen zu liefern. Hotel California ist ihr gemeinsames Plädoyer für eine offenere, menschlichere Flüchtlingspolitik.“

Anna-Katharina Wellnitz vom Kreisjugendring Stade entlockte dem jungen Publikum Fragen und Diskussionsbeiträge zum Film, der erstmals im Landkreis Stade gezeigt wurde: Gut fand eine Schülerin, dass die Darsteller im Film sich in ihrer eigenen Sprache äußersten – insgesamt gab es sechs Sprachen: Deutsch, Dari, Somalisch, Italienisch, Urdu und Englisch. Viele Passagen waren mit deutschen und englischen Untertiteln versehen. Im Projektteam gab es sogar 13 verschiedene Herkunftssprachen.

Meisam Amini, der vor einigen Jahren aus Afghanistan geflohen ist, sprach von positiven Erfahrungen in Deutschland: „ Besonders die Zusammenarbeit mit den anderen jungen Menschen während der Workshops und Drehzeiten hat mir viel gegeben. Wir haben viel voneinander gelernt und auch gemeinsam Musik gemacht.“ Aber auch Anfeindungen und sogar körperliche hat Meisam Amini schon erlebt.

Meisam und Linda, die im Filmabspann rappen und singen, haben im Anschluss an die Diskussion noch zwei Lieder vorgestellt, die die beiden gemeinsam komponiert haben.

Anna-Katharina Wellnitz moderiert die Diskussion mit in Harsefeld lebenden Flüchtlingen und den Schülerinnen und Schülern
Anna-Katharina Wellnitz moderiert die Diskussion mit in Harsefeld lebenden Flüchtlingen und den Schülerinnen und Schülern

 

Auch den Flüchtlingen, die zurzeit in der Samtgemeinde Harsefeld leben, wurden neugierig Fragen gestellt. Ob der Weg von Syrien wirklich so qualvoll sei, wie es in den Medien beschrieben würde? Kinan aus Syrien, der bereits sechs Sprachen spricht und jetzt versucht Deutsch zu lernen, sagte, er habe sein Leben riskiert, um über das Mittelmeer zu kommen. Die Flucht habe bei den meisten zwischen vier und acht Wochen gedauert. Alle fünf geflüchteten jungen syrischen Männer aus Harsefeld und Ahlerstedt eint ihr Wunsch nach Bildung und ein guter Einstieg in das Berufsleben sowie soziale Kontakte zu Gleichaltrigen vor Ort, ob sie nun Migrationserfahrung haben oder nicht. Sie freuten sich sehr, diesen ersten Schritt der Kontaktaufnahme zu den Ahlerstedter und Harsefelder Schülerinnen und Schülern gemacht zu haben.

Text: May-Britt Müller (Stadtmarketing Harsefeld), Isabell Aş (MuT)
Fotos: Veronika Starowoit, May-Britt Müller



11. Januar 2016
Aktuelles, FIZ, Flüchtlinge

 
 
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