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Samtgemeinde Harsefeld: Harsefelder Formate: Maria und Natalia Petschatnikov zeigen „Alltagstheater“


Harsefelder Formate: Maria und Natalia Petschatnikov zeigen „Alltagstheater“


Vom 13. April bis 31. Juli 2018 zeigt die Kunst Sammlung Viebrockhaus, Grashofweg 11 in Harsefeld, Werke der Künstlerinnen Maria und Natalia Petschatnikov.

Öffentliche Führungen mit Kurator Matthias Weber gibt es an folgenden Terminen:

Sonntag 06.05.2018 um 15.00 Uhr

Sonntag 03.06.2018 um 15.00 Uhr

Samstag 30.06.2018 um 16.00 Uhr

Samstag 21.07.2018 um 16.00 Uhr

Um Anmeldung wird gebeten: Tel. 04164 – 8991-606 oder E-Mail kunstsammlung@viebrockhaus.de

„Jeden Tag, wenn wir durch die Stadt laufen, im Atelier arbeiten, ins Museum oder ins Geschäft gehen, beobachten wir ein Theaterstück. Kostüme, Requisiten und Bühnenbilder sind überall zu sehen. Die Gegenstände und Räume erzählen fast immer eine tiefsinnige, lustige, traurige oder aber auch ironische Geschichte und wir versuchen die aufmerksam zu Hören und in unseren Arbeiten festzuhalten.“

So beschreiben Maria und Natalia Petschatnikov ganz unaufgeregt ihren Arbeitsansatz. Von ihnen ausgesuchte „Requisiten“ und „Bühnenbilder“, setzen sie in Malerei, Zeichnungen, Objekte und Installationen um. Allen Werken gemeinsam ist der „malerische Blick“. Dieser sieht Kleidungsrequisiten einer Businesswelt, wie noch verpackte Oberhemden und Hochglanz-Herrenschuhe, als Spiegelbilder komplexer Beziehungen und Rollenspiele in der Gesellschaft. Kleinformatige Stillleben überraschen mit ihren Inhalten. Anstelle von klassischen Genres sehen wir Geldscheine auf der Fensterbank, gelbe Maßbänder wie sie in der Schneiderwerkstatt benutzt werden, Hochhaus-Klingelschilder, verpackte Bilder und Mappen und das alltägliche, „künstlerische Chaos“ auf dem Schreibtisch. Das diese Motive häufig in umfangreichen Serien und Variationen angefertigt werden, verstärkt die Irritation. Warum sind Geldscheine überhaupt ein Bildmotiv? Erzählen sie etwas über die Bedeutung des Geldes in unserer Gesellschaft? Warum so viele „scheinbar gleiche“ Bilder – meisterlich gemalt? Daneben wachsen Großstadttiere wie Tauben und Hunde dreidimensional aus Bildern in den Raum und werden zu Installationen in denen wir uns flanierend bewegen können.

Als Künstlerduo haben die Zwillingsschwestern einen besonderen, eigenen dialogischen Werkansatz gefunden. Maria und Natalia Petschatnikov schaffen es ihren Bilderkosmos, aus scheinbar banalen Artefakten und Alltäglichem, in eine Deutungsebene zu verwandeln – in der sich Betrachter suchend wiederfinden, um die Geschichten und Geheimnisse des „Alltags“ zu entdecken.

Wunderbar konzentriert hat Dr. Kathrin Reeckmann in einem Katalogbeitrag die Ausstrahlung der Künstlerinnen auf den Punkt gebracht: „Als versierte Grenzgängerinnen zwischen den Kulturen und Genres haben MNP einen ganz eigenen, sehr zeitgenössischen Stil entwickelt. Als genaue Beobachterinnen gesellschaftlicher Wirklichkeit sehen sie im Kleinen die Fragen des großen Ganzen. Als Malerinnen arbeiten sie in der dritten Dimension und erobern den Raum. Als Künstlerinnen erweitern sie den Kosmos der Kunst. Als Menschen erobern sie jeden, der mit ihnen und ihrem Werk in Berührung kommt.“

Text: Matthias Weber

Bild: MNP



11. April 2018
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