Napoleon-Stein
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Der Napoleonsweg in Ottendorf

Große Findlinge machen Geschichte

Die norddeutsche Landschaft wurde durch die Eiszeiten geschaffen, die Sand, Steine und große Findlinge zu uns brachten. Am Napoleonsweg in Ottendorf (Gemeinde Ahlerstedt) sind einige dieser riesigen Zeitzeugen zu betrachten

Der Napoleonstein beispielsweise dokumentiert den früheren Pilgerweg von Island nach Rom sowie den Heer- und Marktweg, der bereits in der Bronze- und Steinzeit benutzt wurde.

Dieser Findling mit der Aufschrift der Wegebezeichnung, der Kilometerangabe nach Rom zur einen Seite und nach Reykjavik zur anderen Seite sowie die abgebildeten Figuren "Soldat", "Pilger" und "Marktfrau" zeigt die große Bedeutung dieses uralten Weges. 

Daneben dient ein zweiter, niederliegender Findling als Landkarte zur Orientierung. In ihm ist der grobe Wegeverlauf eingemeißelt. Als Tischplatte mit nebenstehender Bank wird er gerne von Radfahrern oder Wanderern für eine gemütliche genutzt.Der eingezeichnete Weg ist seit Jahrtausenden Bestandteil eines in Nord-Süd-Richtung verlaufenden Verkehrsnetzes. Er verband Höfe und Dörfer, aber auch ferne Städte und Länder. Bereits die Menschen der jüngeren Steinzeit und später der Bronzezeit errichteten entlang dieses Weges ihre Gräber - Hügelgräber, von denen leider nur noch ein Grab erhalten ist.


 

 

Pilger aus ganz Nordeuropa nutzten diesen Pilgerweg für ihrebeschwerliche Reise nach Rom. Ein isländischer Reiseführer aus dem 12. Jahrhundert empfahl diesen Weg ebenso wie die Reisebeschreibung des Stader Abtes Albert im 13. Jh. Eine Pilgerreise nach Rom war im Mittelalter das ersehnte Ziel unzähliger Reisende des christlichen Abendlandes. Stade, und damit auch dieser Wegeabschnitt, war im 11. und 12. Jh. besonders für Skandinavier Ausgangspunkt für einen lebhaften Pilgerverkehr nach Rom, Santiago und Jerusalem.

Heerweg/Napoleonsweg
Doch nicht nur friedlichen Pilgern diente dieser Fernweg. Die meist geradlinige Führung unter Vermeidung starker Steigungen und Sümpfe begünstigte auch den Verkehr militärischer Formationen nebst ihrem Tross. Die Durchzüge von Soldaten und Söldnern brachte für die Bevölkerung der anliegenden Dörfer häufig Not und Elend. Dieses ganz besonders während des Dreißigjährigen Krieges, als der Weg häufig von marodierenden Söldnerhaufen genutzt wurde. Später nutzte auch Napoleon diesen Weg mit seinen Soldaten.

Handelsweg
Beliebt war der geradlinige Weg auch bei Händlern aller Art. Fernreisenden Händlern und Wanderhandwerkern bot er eine günstige Verbindung zwischen den Ländern und Regionen. Unterkunft boten in regelmäßigen Abständen angebotene Gasthäuser. Etwa einen Kilometer südlich von Ottendorf lag im Wald der sagenumwobene Gasthof Stuhenfieren, die "Räuberherberge". Hier sollen gelegentlich Reisende um ihr Hab und Gut gebracht worden sein.

 

Informationen zum Napoleonsweg gibt es in der Touristinfo im Harsefelder Rathaus oder beim Heimatverein Ottendorf (04166/1212). Dort erhalten Sie auch Auskünfte über Führungen oder Kutschfahrten entlang des Napoleonweges. Auch ein Flyer mit genauen Informationen ist erhätlich, diesen können Sie hier als PDF-Datei herunterladen.

Hier finden Sie den Napoleonsweg:

 

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