Natürliche Entwicklung
Natürliche Entwicklung
Mannshoch stehen Kräuter und Gräser auf den Grünlandbrachen des Auetals. Da die wirtschaftende und pflegende Hand des Menschen hier nicht eingreift, wirken diese Flächen auf den ersten Blick unordentlich. Doch hier entwickelt sich die Natur nach ihren eigenen Gesetzen.
Auf den feuchten Flächen fallen die blaugrünen Seggen mit ihren schwarzen Blütenständen zwischen den Gräsern auf. Typische Kräuter feuchter Wiesen und Uferbereiche sorgen für eine wechselnde Blütenpracht während des ganzen Sommerhalbjahres. Junge Schwarzerlen und Schilfrohr erobern von den Randbereichen her die Fläche. Inmitten der Brachen erkennt man oft Weidengebüsche, deren Samen vielleicht auf dem nackten Boden eines Maulwurfhügels keimen konnten.
Auf trockeneren Brachflächen sind die Entwässerungsgräben noch in Funktion. Hier fallen Brennesseln und zahlreiche Disteln auf. Gerade Brennesseln und Disteln sind die wichtigsten Nahrungspflanzen für unsere Schmetterlinge. Kleiner Fuchs, Tagpfauenauge und Distelfalter sind nur einige bekannte Beispiele.
Für die Tierwelt sind diese Brachen von außerordentlicher Bedeutung. Sie sind Nahrungsstätte und Lebensraum für Heuschrecken, Käfer, Hummeln und viele Vögel. Auf einer Grünlandbrache wurden 85 verschiedene Spinnenarten nachgewiesen! Für viele Tiere des Grünlandes sind sie Fluchträume, wenn die angrenzenden Wiesen gemäht werden.
In einigen Jahrzehnten wird die natürliche Entwicklung abgeschlossen sein. Dann finden wir hier ausgedehnte Au- und Bruchwälder und weite Röhrichte.
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