| Im Jahre 969 n. Chr., so berichtet der Annalista Saxo, wurde in Harsefeld eine Burg gebaut. | |||
Hofstelle![]() Die frühesten Spuren der Besiedlung bestehen aus einem Graben und den Überresten eines fast parallel dazu verlaufenden Palisadenzauns Hofstelle um 900 | Burg![]() Kennzeichnend für die Burg in Harsefeld ist die Befestigung aus Wall und Graben. Im Inneren stand eine kleine Kirche, die aus Findlingen errichtet war. Burg um 985 Burg um 1000 | Stift![]() Nur kurze Zeit nach dem Jahr 1000 verlegte die Familie der Harsefelder-Stader Grafen ihren Wohnsitz in das 17 km entfernte Stade. Stift um 1050 Stift um 1100 Stift bis 1500 | Kloster![]() Die Gebäude aus der Stittzeit wurden bis spätestens 1240 abgerissen. Nach und nach erhielt das Gelände nördlich der Kirche die heute rekonstruierte Gestalt. Kloster bis 1500 Kloster um 1500 |
| Archäologische Untersuchungen zeigten, daß die Geschichte dieses Platzes bis in das 9. Jahrhundert zurückreicht. Gemessen an der Gesamtausdehneung der Besiedlung wurde zwar nur ein kleiner Teil systematisch untersucht, es konnten aber die wesentlichen Nutzungsphasen der letzten 1200 Jahre erkannt werden. Dieser zentrale Bereich Harsefelds ist bis heute geprägt durch die Familie der Harsefelder-Stader Grafen, die Udonen, die als politisch handelnde Gruppe von 926 bis 1168 nachweisbar ist. Hier befand sich ihr Grafensitz, ihre Familiengrabstätte und das von ihnen 1101 gestiftete Kloster. |
Hofstelle um 900 |
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Die frühesten Spuren der Besiedlung bestehen aus einem Graben und den Überresten eines fast parallel dazu verlaufenden Palisadenzauns. Art und Ausrichtung des Grabens lassen darauf schließen, dass sich südlich der heutigen Kirche eine größere Hofstelle befand. In der Nähe des Grabens war eine Feuerstelle, die zum Schmieden von Eisengerät diente. Der eingefriedete Wirtschaftshof kann die "keimzell" der späteren Burg gewesen sein. |
Burg um 985 | |
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| Kennzeichnend für die Burg in Harsefeld ist die Befestigung aus Wall und Graben. Im Inneren stand eine kleine Kirche, die aus Findlingen errichtet war. Westlich davon befand sich ein etwa 16 x 8 m großes Haus in Holzpfostenbauweise1 mit einem Fußboden aus gestampftem Lehm. In dem südlich gelegenen Grubenhaus wurde Flachs verwebt. Ein kleineres Pfostenhaus, in dem eine Kochstelle war, lag weiter im Westen. Gleich daneben befand sich eine Erdgrube, die zur Bevorratung von Lebensmitteln diente. | |
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| Befestigung Von 969 bis etwa 1007 lebten die Harsefelder-Stader Grafen in einer Burg. An dieser Steile befand sich der Befestigungsgraben. Er war etwa 10 m breit, 3 m tief und mit Grassoden ausgelegt. Die Form und Bauweise des Walles läßt sich nicht mehr feststellen. Die Hauptburg maß ca. 110 m Ost-West auf 100 m Nord-Süd. Sie war also etwas größer als ein Hektar. Der genaue Verlauf der Befestigung ist zur Zeit noch nicht bekannt. | |
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| Grubenhaus Etwa 80 cm in den Boden eingelassen befand sich hier ein Grubenhaus. Es war 3,3 x 3,3 m groß und hatte wahrscheinlich ein Satteldach. In einer Ecke stand ein Kuppelofen aus Findlingen. Die Zuwegung erfolgte über eine Rampe und eine Schwelle aus mehreren flachen Feldsteinen. Das Grubenhaus war ein Werkstattgebäude, in dem gewebt wurde. An einem Gewichtswebstuhl stellte man Tuche, wohl überwiegend aus Flachs, her. | |
Burg um 1000 |
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| Wirtschaftsgebäude Zuerst stand hier ein etwa 7 x 8 m großes Holzhaus, das wahrscheinlich abbrannte. An derselben Stelle wurde dann ein neues Bauwerk errichtet, dessen Süd- und Westwand einen Sockel aus Feldsteinen erhielt. In dieser Hausecke befand sich ein ca. 6 qm großes Lehmpodest. Es war durch die Einwirkung von vielen Feuern stark verziegelt. Die Konstruktion wird als offene Herdstelle gedient haben. Das Wirtschaftsgebäude war ein Küchen-haus, das wegen der Brandgefahr vom Haupthaus getrennt auf dem Burgareal stand. |
Stift um 1050 |
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Nur kurze Zeit nach dem Jahr 1000 verlegte die Familie der Harsefelder-Stader Grafen ihren Wohnsitz in das 17 km entfernte Stade. An dieser Stelle gründete sie ein Kanonikerstift. Man erweiterte die ehemalige Burgkirche durch einen mehr als 20 m langen Anbau nach Westen. Die neue Stiftskirche erhielt einen abgegrenzten Bereich als Familiengrabstgtte der Udonen, in der bis 1144 die meisten von ihnen beigesetzt wurden. Südlich der Kirche befand sich ein Friedhof. Im Westen kann zu dieser Zeit noch ein Nebengebäude mit Feldsteinfundament und Kochstelle gestanden haben. |
Stift um 1100 |
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| Hier lagen auch die Gräber des Grafen Heinrich II., des Guten (t1016>), und das seiner Frau Mechthild, die bis weit in das 12. Jh. hinein eine Wallfahrtsstätte waren. Der ehemalige Ostabschluß des Stiftgebäudes liegt unter der heutigen Kirche. |
Stift bis 1500 | |
| Altar Während der archäologischen Ausgrabungen wurde vor dem heutigen Turm der Kirche eine Altarmensa entdeckt. Sie diente zweckentfremdet als Trittstein vor der Westtür. Die Oberfläche der sorgfältig bearbeiteten Steinplatte ist übergeschliffen, die Kante zur ehemaligen Vorderseite ist abgeschrägt. | |
![]() | Fünf eingemeißelte Kreuze befinden sich nahe der vier Ecken und der Mitte. Es sind sogenannte Weihekreuze, die im Rahmen des Zeremo-niells der Weihe eines Altars in die Plane eingeschlagen wurden. Da die Form des griechischen Kreuzes mit ausschweifenden Enden viele Jahrhunderte lang verwendet wurde, ist eine Datierung darüber nicht möalich. |
| Wo der Altar gestanden hat - ob in der Burg-,Stif, Kloster-, der früheren Gemeindekirche St. Gangolf oder den Kapellen des Klosters - ist wegen der Umlagerungen im Zuge des Turmbaus in den 60er Jahren des 19. Jahrhunderts zur Zeit nicht bekannt. | |
Kloster bis 1500 Glockengießerei | |
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| An sieben Steilen befanden sich Uberreste, die das Gießen von Bronzeglocken belegen. Eine überlie-ferte Beschreibung aus der ersten Hälfte des 12. Jahrhunderts gibt uns den anschaulichen Bericht vom Herstellungsverfahren: Auf einer hölzernen Drehspindel (1) wurde zunächst die Form der Glocke in Lehm (2) hergestellt. Man fertigte mit einem Rollbrett (3) Platten aus Talg oder Wachs und formte sie auf den Lehmkern. Dieses Glockenmodell erhielt einen Mantel aus mehreren Lehmlagen. Nach dem Trocknen entfernte man die Spindel, setzte die Vorrichtungen für die Aufhängung und den Klöppel sowie den Einguß an und stellte die Form in einer Grube auf eine Feuergasse. Durch starkes Feuer in der Grube schmolz das Wachs-/Talgmodell aus, und die Lehmform verziegelte, wodurch sie stabil wurde. Dann füllte man die Grube mit Erde auf, der Glockenguß konnte beginnen. Die Bronze wurde in einem Ofen, der direkt neben der Glockengrube stand, geschmolzen und auf kurzem Weg in den Einguß geführt. Nach dem Abkühlen schlug man den äußeren Lehmmantel weg und hob die Glocke aus der Grube. | |
Kloster um 1500 |
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| Die Gebäude aus der Stiftzeit wurden bis spätestens 1240 abgerissen. Nach und nach erhielt das Gelände nördlich der Kirche die heute rekonstruierte Gestalt. Südwestlich der Klausurgebäude betrieb man nun Metallhandwerk und Gartenbau: Ganz im Westen war eine Entnahmegrube, aus der Lehm gewonnen wurde. Östlich davon befand sich ein Schuppen in Ständerbauweise. Ein Platz zum Aufbereiten von Buntmetall und zum Gießen von Metallgefäßen lag südöstlich. An møhreren Stellen wurden Bronzeglocken gegossen. Eine Zisterne diente als Wasser-speicher. Ein weiteres Nebengebäude besaß einen eigenen Brunnen. Nach der Aufgabe des Gebäudes baute man durch dessen ehemaligen Keller einen neuen Brunnen. In zwei Halbkellern wurde Buntmetall verarbeitet. |
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| Zum Sammeln von Oberflächen- und Schichtwasser wurden mehrere Zisternen angelegt. Anders als bei Brunnen mußte die Sohle des Schachtes dafür abgedichtet werden. Diese Zisterne aus sorgfältig gesetzten Findlingen erhielt einen festen Lehmboden. Sie befand sich in der Nähe von spätmittelalterlichen Nebengebäuden des Klosters, die wenige Meter südöstlich von hier standen. Wahrscheinlich diente die Zisterne als Wasserspeicher für den Klosterqarten. |