Fliessgewässer
Fliessgewässer
Wer oft im Auetal spazieren geht, hat ihn vielleicht schon gesehen: Den Eisvogel, einen blaugrün schillernden gewandten Fischjäger, der im Auetal noch vereinzelt brütet. Er benötigt fischreiche, saubere Gewässer und steile Uferabbrüche. Dort kann er seine Bruthöhle anlegen.
Uferabbrüche entstehen durch das natürliche "Pendeln" des fließenden Wassers. Aue und Steinbeck schlängeln sich über weite Strecken in natürlichen Biegungen. Das Flußbett ist natürlicherweise nicht festgelegt, sondern es verlagert vor allem bei Hochwasser gelegentlich seinen Lauf. Dabei entstehen Sandbänke, neue Rinnen und strömungsfreie Altarme.
Die gestaltende Kraft des Wassers formt eine große Zahl an Kleinlebensräumen. Sie unterscheiden sich durch Fließgeschwindigkeit, Sauerstoffangebot und die Art des Gewässergrundes.
Davon profitiert die lachsähnliche Meerforelle. Sie wandert über die Elbe in die Aue und in das sauerstoffreiche Wasser der Steinbeck. Dort findet sie Kiesmulden, in die sie im Winter bis zu 1.500 Eier legt. Die Jungen schlüpfen im Frühjahr und leben noch einige Zeit im Kies. Später halten sie sich im ruhigen Wasser zwischen den Wurzeln von Schwarzerlen auf und jagen Insektenlarven und Bachflohkrebse. Nach zwei bis drei Jahren wandern sie flußabwärts in die Nordsee. Im Alter von fünf Jahren schwimmen sie zurück in ihre Kinderstube um abzulaichen.
Naturnahe Flüsse und Bäche sind selten geworden. Häufig begradigt, durch Wehre und Staustufen für wandernde Fischarten unpassierbar und ohne die natürliche Ufervegetation bietet sich wenig Lebensraum für Fische und Insektenlarven.
Im Auetal ist das anders. Durch die Fischaufstiege in Harsefeld und am Tiefenbach sind Fischwanderungen wieder möglich. Eine naturverträgliche Gewässerunterhaltung gibt auch Spezialisten eine Chance. In einigen Jahren wird sich sogar der anspruchsvolle Fischotter im Auetal wieder heimisch fühlen.
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