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Samtgemeinde Harsefeld: Entwicklungskonzept “Samtgemeinde Harsefeld 2030” – erste Umsetzungen


Entwicklungskonzept “Samtgemeinde Harsefeld 2030” – erste Umsetzungen


Entwicklungsziele für Harsefeld 2030

In den letzten zwei Jahren erarbeiteten Bürgerinnen und Bürger, Vertreter der Räte und Mitarbeiter der Verwaltung mit dem Planungsbüro Niedersächsische Landgesellschaft (NLG) ein Entwicklungskonzept für die Samtgemeinde Harsefeld. Hintergrund ist der demografische Wandel in ländlichen Regionen. Mit diesem Konzept sollte herausgefunden werden, in welchen Bereichen die Samtgemeinde einen Rückgang oder einen Zuwachs der Bevölkerung erwarten kann. Sind die Einrichtungen der einzelnen Gemeinden auch in 2030 noch ausgelastet? In welchen Bereichen muss nachgebessert werden? Was sind grundsätzlich die Herausforderungen in den nächsten 12 Jahren?

Während der Zukunftswerkstätten und in der Online-Befragung wurden mehrere Handlungsfelder herausgearbeitet und Ziele formuliert. In diesem Artikel soll auf einige Projekte für die Samtgemeinde Harsefeld eingegangen werden, die bereits von Rat, Verwaltung und öffentlichen Einrichtungen auf den Weg gebracht worden sind:

Wohnraum

Sehr deutlich wurde von Harsefelder Bürgerinnen und Bürgern der große Bedarf an bezahlbarem, barrierefreiem und sozialverträglichen Wohnraum gemacht. Das betrifft einkommensschwächere Mitmenschen zu denen oftmals alleinerziehende Mütter und Väter, Auszubildende, Leistungsempfänger und in vielen Fällen auch Senioren zählen. Bedarfe gibt es auch in anderen Gemeinden, deshalb erarbeitet der Landkreis Stade zurzeit ein „Wohnraumversorgungskonzept“, das im Frühjahr fertig sein soll. Darauf aufbauend wird in Harsefeld noch in diesem Jahr darüber entschieden, wie bezahlbarer Wohnraum umgesetzt werden kann.

Aufgrund der regen Baulandaktivitäten der letzten Jahre ist es notwendig, neue Bauflächen auszuweisen. In diesem Zusammenhang wird zeitnah entschieden, in welchen Bereichen sich der Flecken weiterentwickeln soll.

Treffpunkt Bürgerhaus

Für Harsefeld äußerten einige Bürgerinnen und Bürger den Wunsch nach einem Treffpunkt in Harsefeld für alle Generationen. Im Gegensatz zu den meisten Dörfern, die ein Dorfgemeinschaftshaus haben, gibt es solch ein Haus in Harsefeld direkt nicht. Ein zentral gelegenes Haus mit Freizeitangeboten für Jung und Alt und ein offener Treffpunkt sollte es sein. Der Flecken Harsefeld lotet zurzeit den Bau eines sogenannten Bürgerhauses aus, in dem es Angebote für Jung und Alt wie zum Beispiel Treffen von Eltern mit ihren Babys, Klönschnacks für Senioren, Infoabende, Bürgerversammlungen, Tagungen, Beratungen, kleinere und größere Konzerte und Theateraufführungen geben könnte. Das Haus soll offen für Vereine und Initiativen sein und mehrere Räume haben, die man unterschiedlich nutzen und miteinander zu einem großen Raum verbinden kann. Ziel ist dabei, ein von vielen Menschen genutztes Haus zu haben, das die Vernetzung, den Austausch und die Begegnung untereinander fördert.Vor den Sommerferien soll es ein öffentliches Treffen mit interessierten Bürgerinnen und Bürgern geben, um die Raumbedarfe konkreter zu erarbeiten.

Das Dorfgemeinschafts- und Feuerwehrgerätehaus in Ahrenswohlde soll ausgebaut werden. Für die Planungen haben die Samtgemeinde Harsefeld und die Gemeinde Ahlerstedt Geld in den Haushalt gestellt.

In Wohlerst haben die Bürgerinnen und Bürger gemeinsam mit dem Arbeitskreis der Verbunddorferneuerung Brest-Kutenholz wesentliche Maßnahmen zur Neugestaltung des Dorfgemeinschaftshauses abgeschlossen. Aktuell wird an der Finanzierung der Maßnahmen gearbeitet.

Passend zu Thema Dorferneuerung: In Hollenbeck läuft die Dorferneuerung Ende 2018 aus, daher sind für dieses Jahr noch einige Erschließungsmaßnahmen geplant.

Sportplätze der Samtgemeinde Harsefeld

Während der Zukunftswerkstätten wurde bemängelt, dass einige Sportplätze nicht jahrestauglich sind. Das bedeutet, dass in einigen Monaten im Jahr aufgrund von Nässe nicht trainiert und gespielt werden kann. Die Jahrestauglichkeit der Sportplätze sollte von der Samtgemeinde geprüft werden, was in diesem Winter erfolgt ist. Auch sollte der Bedarf an Sportplätzen in der Gemeinde Ahlerstedt ermittelt werden. Diese hat bereits eine Umfrage an die Sportvereine gestartet. Außerdem gibt es Beschlüsse zur Sanierung der Schulsportplätze in Bargstedt und Ahlerstedt. In Harsefeld wurde ein Förderantrag für die Anlage eines Kunstrasenplatzes gestellt.

Kinderbetreuung

Sehr deutlich drückten Eltern ihren großen Bedarf sowohl für die Kleinkindbetreuung auch an Nachmittagen in den Kindertagesstätten und ein verlässliches Nachmittagsbetreuungsangebot für Grundschulkinder aus. Von Seiten der Samtgemeinde wird die Ganztagsbetreuung von Schulkindern weiterhin als wichtiges Angebot für Familien gesehen. Aus diesem Grunde ist daran gedacht, möglichst kurzfristig Ganztagsgrundschulen einzurichten. Dies setzt allerdings voraus, dass entsprechende Konzepte durch die Schulen erarbeitet werden. Zurzeit werden etwa 120 Kinder im für Eltern kostenpflichtigen Hort betreut. Es wird von Seiten der Verwaltung befürchtet, dass die Gemeinden in naher Zukunft die Wünsche nach einer Hortbetreuung aufgrund fehlender Raumkapazitäten nicht mehr erfüllen werden können.

Generationenübergreifende Angebote

Während der Zukunftswerkstätten kamen einige Anregungen für generationenübergreifende Angebote und Projekte. Die Selma-Lagerlöf-Oberschule Harsefeld macht es vor: Schülerinnen und Schüler der Schülerfirma Scharf, Abteilung „Soziale Dienste“, gehen sowohl regelmäßig ins benachbarte Seniorenwohnheim, um dort mit Senioren zu spielen, zu reden oder etwas vorzulesen, als auch in einen Kindergarten. Eine sehr gute Win-Win-Situation: Kinder und Senioren werden beschäftigt, die Schülerinnen und Schüler erfahren viel über die sozialen Berufe. Außerdem engagiert sich die Schülerfirma inzwischen auch bei der Harsefelder Tafel. Ein weiteres Projekt hat sich das Profil „Technik“ der 10. Klassen ausgedacht. Sie kooperieren mit dem LandFrauenverein Harsefeld und Umgebung und bieten Seniorinnen einen Kurs an: „Ran an den Computer – Schüler schulen Senioren!“. Weitere Ideen sind da und sollen im neuen Schuljahr umgesetzt werden.

Mehrgenerationenpark in Ahlerstedt „Am Pastorenwald“

Auch in Ahlerstedt wird es immer mehr ältere Menschen geben, die sich fit halten möchten, einen Platz zum Klönen suchen und gerne draußen sind. Ebenso ziehen viele junge Familien in den wachsenden Geest-Ort. Der Wunsch nach mehr Angeboten zur Naherholung für die eigene Bevölkerung und auch für Touristen kam aus dem Gemeinderat. Eigentlich sollte nur der Dorfteich entschlammt werden, aber das Projekt entwickelte eine spannende Eigendynamik: In diesem Frühjahr bekommt Ahlerstedt Dank Fördermittel aus dem ZILE-Programm (ländliche Entwicklung) einen Mehrgenerationenpark am Dorfteich mit neu angelegten Wegen, einer neuen Beleuchtung und vor allem mit Sport- und Spielgeräten für alle Generationen. Die Bauarbeiten haben begonnen und sollen im April beendet sein.

Weiterhin ist der generationenübergreifende Wald- und Sportpfad Meinkenhoop am Südrand von Harsefeld in Arbeit. Dort entsteht eine Kombination aus Waldlehrpfad und Sportpfad mit Infotafeln und Sportgeräten. Entwickelt wurde die generationenübergreifende Anlage, die weitestgehend barrierefrei sein wird, von Mitarbeitern des Forstamtes, der Verwaltung, der Selma-Lagerlöf-Oberschule, des JUBS, Vertretern der Politik, der Pfadfinder und des TuS sowie der Seniorenbeauftragten. Auch hier gehen die Bauarbeiten weiter, sobald die Witterung es zulässt.

Neue Medien und Sprachförderung in der Friedrich-Huth-Bücherei

Insbesondere Büchereien und Bibliotheken müssen mit der Zeit gehen, damit sie von allen Altersklassen gerne genutzt wird. Das Team der Bücherei hat dafür drei neue Projekte ins Leben gerufen:

  • Neue Medien: Die FHB hat eine Lizenz für ActionBound erworben. Dieses Portal dient der Durchführung digitaler „Schnitzeljagden“ und wird zur Vermittlung von Kenntnissen über Harsefeld und die FHB genutzt. Vorwiegend im Rahmen von Klassenführungen und auch als Freizeitangebot.

Für das laufende Jahr ist auch eine TigerBook-Lizenz in Planung. Tiger Books bietet digital aufbereitete Bücher ab dem Bilderbuch-Alter an, so dass Kinder sich selbstverständlich in digitalen Inhalten zu ihren Büchern bewegen.

  • Sprachförderung: Die FHB beteiligt sich weiter am Projekt „Lesestart Niedersachsen“ und verzeichnet kontinuierlich hohe Teilnahmezahlen bei den Angeboten für Kinder ab 12 Monaten.
  • Leo Lesepilot: Die Grundschulen nehmen im Wechsel mit den ersten Klassen und dann fortlaufend am Programm teil.

Bepflanzung von Wegeseitenrändern

Naturnah gestaltete Wegeseitenränder sind ein wichtiger Beitrag für den Naturschutz, den Klimaschutz und die Artenvielfalt. Aktuell wird gemeinsam mit dem Naturschutzamt des Landkreises Stade ermittelt, welche Standorte sich besonders dafür eignen. Die Aussaat heimischer Blühpflanzen an möglichst vielen Wegrändern soll dafür sorgen, dass sich ein großflächiges Biotop-Verbundsystem etabliert.

Das Entwicklungskonzept „Samtgemeinde Harsefeld 2030“ kann hier (Internetseite Samtgemeinde Harsefeld 2030) heruntergeladen werden.

Text: May-Britt Müller



8. Februar 2018
Aktuelles, Allgemein, Harsefeld 2030