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Samtgemeinde Harsefeld: Gemeinde Brest

Gemeinde Brest


Die Gemeinde Brest wurde 1972 aus den drei damals selbständigen Orten Brest, Reith und Wohlerst gebildet. Mit zusammen rund 800 Ein-wohnern ist Brest die kleinste Mitgliedsgemeinde der Samtgemeinde Harsefeld.

Das Gemeindegebiet ist knapp 25 qkm groß.

 

Räumlich liegt Brest etwa in der Mitte zwischen Bremervörde (20 km) und Buxtehude (25 km) und ist sowohl über die Landesstraße L 123 bzw. die Kreisstraßen K 47, K 48 und K 58 als auch mit der Bahn (Eisenbahnen und Verkehrsbetriebe Elbe-Weser GmbH, EVB-Strecke Bremerhaven – Buxtehude) gut erreichbar; der Bahnhof Brest-Aspe zählt noch zum Hamburger Verkehrsverbund (HVV) und garantiert damit insbesondere günstige Transfers innerhalb der Metropolregion Hamburg. Benachbart sind im Norden die Gemeinde Kutenholz, im Osten die Gemeinde Bargstedt, im Süden die Gemeinden Ahlerstedt und Anderlingen sowie im Westen die Gemeinde Farven, die beiden letztgenannten zählen zum Landkreis Rotenburg/Wümme.

 
Brest und die auch nähere Umgebung sind typisch (norddeutsch-)ländlich strukturiert. Geprägt durch die Landwirtschaft mit ihren verschiedenen Ausrichtungen (Tierzucht, Milchwirtschaft, Ackerbau) ist das Landschaftsbild sehr abwechslungsreich bei nur ge-ringen Höhenunterschieden. Es herrschen zwar Acker- und Grünlandflächen vor, eingestreut sind aber immer Wälder und Baumgruppen bzw. Bachläufe. Daneben gibt es noch – wirtschaftlich weniger attraktive – Flächen wie Kreyenmoor, Hammoor oder Rehrsmoor. Teile sind als Natur- oder Landschaftsschutzgebiete ausgewiesen. Im Zentrum der Gemeinde liegt das Naturschutzgebiet „Im Tadel“, ein überwiegend durch Laubwaldbestände gekennzeichnetes Areal von etwas über 50 ha Größe. Die Ortsteile entlang der K 47 und K 48 gruppieren sich geradezu um diese Kernzone herum.

 
In Brest ist bereits frühzeitig ein Windpark errichtet worden, der letztlich sogar dafür sorgt, dass innerhalb der Gemeinde aus der Windkraft – zusammen mit einer Biogasan-lage – deutlich mehr Elektrizität produziert als eingesetzt wird. So zeigt die Bilanz für 2014, dass elektrische Energie aus Brest mit fast 22,9 Mio. kWh in die Netze eingespeist wurde, während die Landwirtschaft, das Gewerbe oder die Haushalte Strom, Erdgas und Wärme mit zusammen 2,6 Mio. kWh (also nur 11 %) verbrauchten. Mit der technischen Weiterentwicklung der Windkraftanlagen wird für die nächsten Jahre ein sogenanntes Repowering angestrebt, um den Wirkungsgrad noch zu steigern.

 
Industrieanlagen oder größere Gewerbebetriebe sucht man in der Gemeinde Brest ver-gebens, allenfalls sind kleine Handwerksbetriebe und Händler/Dienstleister anzutreffen. So unattraktiv ist dieser Standort aber gar nicht, sowohl das Zentrum der Hansestadt Hamburg mit rd. 60 km als auch das der Hansestadt Bremen mit etwa 85 km sind in wirtschaftlicher Reichweite. Neben Bremervörde und Buxtehude liegen noch die weiteren Mittelzentren Stade (23 km) und Zeven (25 km) im Umfeld. Eine ortsnahe Vollversorgung ist in Harsefeld (10 km) mit dem Sitz der Samtgemeindeverwaltung sichergestellt; für die Grundversorgung reicht die Fahrt zu Einzelhandelsmärkten nach Bargstedt (5 km) oder Ahlerstedt (7 km).

 
Bei Freunden von Flohmärkten ist besonders das jährliche Hökern und Handeln in Reith bekannt. Aus dem ganzen Elbe-Weser-Dreieck treffen sich immer am letzten Sonntag im August Anbieter und Interessenten von Alltäglichem oder Besonderheiten; die Nachfrage ist so groß, dass die Stände alle Gemeindestraßen belegen.

Geschichte / Museen

Funde in einem alten Backofen aus Tonmergel bezeugen vorgeschichtliche Ansiedlungen. Der Ortsteil Wohlerst konnte 1970 sein 1000jähriges und der Ortsteil Brest 1988 das 600jährige nachweisliche Bestehen feiern.
Die geschichtliche Entwicklung im Bereich der landwirtschaftlichen Gerätschaften wird ausführlich in der eigens eingerichteten Museumsscheune in Reith widergespiegelt. Besonders deutlich ist der Wandel beim Einsatz der Technik, die noch vor einigen Jahr-zehnten eher eine unterstützende Rolle spielte, heute hingegen wesentliche Komponenten übernommen hat und damit undenkbar ist.
Das Dörp’s Museum in Brest zeigt einen Teil der Brester Vergangenheit, wie sie typisch in den ländlich strukturierten Gegenden war. Schulbänke, Tafeln und viele historische Haushaltsgegenstände zeugen vom Leben in Brest in den letzten 150 Jahren. Hünengräber im Raum Reith lassen ebenfalls auf frühzeitliche Ansiedlungen schließen.

Dorfgemeinschaftshäuser/Vereine

Die Gemeinde verfügt in allen drei Ortsteilen über vielfältig nutzbare Dorfgemeinschaftsanlagen; das Raumangebot reicht vom Clubzimmer (Kaminzimmer) bis zum Saal mit Bühne für rd. 120 Plätze. Die Einwohner können, weil private Schank- und Gastwirtschaften nicht zur Verfügung stehen, für größere Kaffeetafeln oder ähnliche Feiern auf ihre öffentlichen Begegnungsstätten zurückgreifen; dies gilt auch für Sport-, Gymnastik- oder Tanzgruppen und Versammlungen beispielsweise der Feuerwehren oder der Jagdgenossenschaften.
Die Möglichkeiten, im örtlichen Umfeld „vernetzt“ zu sein und sich wohl fühlen zu kön-nen, sind vielschichtig. In verschiedenen Interessenausrichtungen bestehen Vereine und Zusammenschlüsse wie etwa die Heimatvereine, die Motorsportgemeinschaft Reith-Bredenbeck, der Schützenverein Brest oder die Theatergruppe Wohlerst. Daneben sind in allen drei Gemeindeteilen Ortsgruppen der Freiwilligen Feuerwehr eingerichtet.

Kindergarten

Im Kindergarten Brest werden aktuell in zwei Gruppen bis zu 40 Kinder betreut, dafür ist eine reine Krippengruppe für den bis zu 3 Jahre alten Nachwuchs eingerichtet und eine Regelgruppe für die weiteren Jahrgänge bis zur Einschulung. Dazu stehen 5 qualifizierte Kräfte zur Verfügung. Die Öffnungszeiten sind täglich von 8.00 bis 12.00 Uhr, darüber hinaus können bei Bedarf Früh- und Spätdienste zwischen 7.00 und 13.00 Uhr eingerichtet werden.

Wohnen auf dem Lande

Der Rat der Gemeinde hat 2014 einen Bebauungsplan für ein Wohngebiet beschlossen. Damit bestätigt Brest die besondere Entwicklungsaufgabe „Ländliche Siedlung“. Die Bebauung des Plangebietes dient vorrangig der Eigenentwicklung der Gemeinde, wird in zwei zeitlich versetzten Bauabschnitten vollzogen und unmittelbar durch die Gemeinde mittels entsprechendem Abverkauf der einzelnen Grundstücke gesteuert. Die Parzellen haben jeweils eine Fläche von etwa 1.000 qm; sie lassen also eine großzügige, lockere Wohnbebauung zu. Der Bebauungsplan selbst enthält kaum Begrenzungen, damit bestehen für Bauwillige weitreichende Entfaltungs- und Gestaltungsmöglichkeiten.